Die Geschichte der Scheune
Alles begann im Jahre 1642 als ein gewisser Eckert
vor den Toren der Stadt Chemnitz ein Gut kaufte. Auf Grund des schlechten
Zustands seit einem Feuer im Jahre 1628 machte er sich schnell daran
es wie damals üblich als Wohnstallhaus aufzubauen.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts fügte Gottlieb
Eckert dem Wohnhaus eine Scheune, das Seitengebäude und schließlich
das jetzige Wohnhaus an. Gottlieb Eckert war Fuhrmann und kam 1813
auf Grund des Krieges vorzeitig von seiner Handelsreise nach Hause.
Nach einer schweren Auseinandersetzung mit Kosaken, die ihm die
Pferde stehlen wollte, verstarb er unglücklicherweise kurz
darauf 1813 am hitzigen Fieber.

Der Sohn, Johann Christian Eckert, der inzwischen
in Lichtenwalde das Schuhmacherhandwerk ausübte, kam wieder
nach Hause und führte das Bauerngut weiter. Er heiratete das
Mädchen Saupe aus Auerswalde. Diese musste auf dem Rittergut
in Lichtenwalde Frondienste leisten und arbeitete dort als Schweinemagd.
Mit 300 Talern erkaufte Christian Eckert ihre Freiheit.

Generationen kamen und gingen, als sich im Jahre
1945 das tragische Schicksal von 1813 wiederholte. Der zu dieser
Zeit das Gut bewirtschaftende Robert Eckert wurde erschossen, als
er versuchte, seine Pferde vor plündernden sowjetischen Militärangehörigen
zu schützen.
Im Jahre 1962 erfolgte die Enteignung der Ländereien
durch die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG). Das
Gut selbst verblieb allerdings in Privatbesitz der Familie Eckert.
Die Umstände trugen dazu bei, dass der Bauernhof daraufhin
dem Verfall preisgegeben war.
In der Folge übernahm Peter Möbius im
Jahre 1984 von seinem Großvater Friedrich Alfred Eckert das
alte Gut. Ab 1985 begannen die Sanierungsarbeiten. Auf dem Hof wurde
und wird bis zum heutigen Tag mit sehr viel Liebe und Aufwand der
historische Zustand des alten Familienbesitzes wiederhergestellt.
Die denkmalgeschützte, im Jahre 1796 erbaute
Scheune fand dabei eine neue Bestimmung. Sie wurde 1994 zu einem
Gasthof mit ganz besonderem Ambiente umgebaut. Wir hoffen es gefällt
Ihnen bei uns und wünschen einen angenehmen Aufenthalt.
Die
Erzählung vom Grütznickel
Damals in Chemnitz lebte mal einer,
wo er herkam wusste keiner.
Doch allen ward er bald bekannt,
man hatte ihn "Grütznickel" genannt.
Das lustige Männlein sah man nur im Schafspelz eingehüllt
und trug mit sich einen Sack halbvoll mit Grütze gefüllt.
Später schaute er vom Rathausturm herab als Konterfei
und die Bürgersleut gingen mit lachen an der Spottfigur vorbei.
Selbst die Handwerksburschen aus vielen Landen,
erzählten daheim, dass sie hier unterm Grütznickel standen.
Des Nickels Humor und lustige Gestalt
fand ein jeder gar lustig bald.
Doch was die Bürger in Erstaunen versetzte,
war, wie überaus reichlich sich der Nickel an Speis und Trank
ergötzte.
Da schloss mal ein Apotheker die Wette ab
und glaubte das Männlein würde sicher bald satt,
doch der Nickel hatte das Essen noch für zu knapp befunden,
verlangte noch Nachschlag für weiter Stunden.
Doch der Alte wie er einst gekommen ward,
verließ auch so plötzlich unsere Stadt.
Sicherlich ist er auch noch anderswo gewesen
und hat dort die Leute erfreut mit seinen Späßen.
In Chemnitz sprach man noch oft über des Nickels lustig Treiben,
vielleicht siehst auch du ihn noch, lieber Gast,
hereinblickend durch unsre Fensterscheiben.
Autor: Stefan Weber, Türmer
der Stadt Chemnitz
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